Schwanger und arbeitslos – Das sollten Sie wissen!

Gastartikel:

Wird eine Arbeitslose schwanger sollte sie auf jeden Fall das Jobcenter informieren, um den Anspruch auf ihre Leistungen nicht zu verlieren. Zudem besitzen Schwangere weitere Ansprüche.

Welche das sind und was Leistungsbezieher während einer Schwangerschaft beachten sollten, klärt der VFR Verlag für Rechtsjournalismus auf dem kostenlosen Ratgeberportal. – Isabel Frankenberg

Für viele werdende Mütter stellt die Schwangerschaft eine doppelte Belastung dar, wenn diese zusätzlich noch arbeitslos ist. Meist entstehen dadurch Zukunftsängste und das Bedenken, das Kind finanziell nicht versorgen zu können. Daher ist es wichtig zu wissen, was während einer Schwangerschaft bezüglich eines Leistungsbezuges zu beachten ist. Grundsätzlich ist es zunächst unwichtig, ob sich die Betroffene schwanger arbeitslos meldet oder sie bereits arbeitslos ist und schwanger wird. In jedem Fall muss das Jobcenter informiert werden, andernfalls entfällt der Anspruch auf Arbeitslosengeld I (ALGI) oder Hartz 4.

Zudem bedeutet eine Schwangerschaft nicht, dass die werdende Mutter von ihren Pflichten gegenüber dem Jobcenter befreit wird. Das bedeutet, dass sie bis zum eintreten des Mutterschutzes weiterhin Eigenbemühungen anstellen muss, um einen angemessenen Job zu erlangen. Hierzu gehört es auch, jegliche Termine mit dem Jobcenter wahrzunehmen. Tut sie dies nicht, kann dies zu Sanktionen bis hin zu Leistungskürzungen führen.

Grundsätzlich entfällt der Anspruch auf Sozialleistungen jedoch nicht durch eine Schwangerschaft, solange die Betroffene ihre Pflichten einhält. Zudem wird die werdende Mutter weiterhin an potentielle Arbeitgeber vermittelt.

Eine Schwangerschaft begründet des Weiteren einen Mehrbedarf. Wie hoch dieser ausfällt, regelt der § 21 im Zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II). Um einen Mehrbedarf zu erhalten, muss die werdende Mutter diesen beim Jobcenter beantragen. Dies ist ab der 13. Schwangerschaftswoche möglich und beläuft sich auf 17% des monatlichen Regelsatzes. Hinzu kommt der Anspruch auf die Erstausstattung des Kindes. Hierbei handelt es sich um einen Pauschalbetrag, von dem eine entsprechende Ausstattung bezahlt werden kann. Wichtig ist jedoch, schon bei der Antragstellung detailliert aufzulisten, welche Möbel und Kleidungsstücke dringend benötigt werden.

Viele werdende Eltern fragen sich, ob eine Schwangerschaft den Anspruch auf eine größere Wohnung und einen damit zusammenhängenden Umzug berechtigt. Grundsätzlich gilt: Durch eine Schwangerschaft entsteht nicht automatisch Anspruch auf eine größere Wohnung, insofern die Familie gut untergebracht und der Platz ausreichend ist. Da es sich hierbei jedoch um eine Einzelfallentscheidung des Jobcenters handelt, kann dies zunächst mit einem zuständigen Sachbearbeiter abgeklärt werden. Wird das Kind größer, so dass es mehr Platz benötigt, wird ein Umzug unter Umständen vom Jobcenter genehmigt.

Weitere Informationen zum Thema „Arbeitslos und Schwanger“ finden Sie unter www.hartz4.net.