Wann und warum ist ein Kaiserschnitt nötig? Wann und warum ist eine natürliche Geburt besser?

Kaiserschnitt

Wann und Warum ist ein Kaiserschnitt oder eine natürliche Geburt besser? Was sind die Risiken?

Medizinisch notwendig ist ein Kaiserschnitt in ca. 2 von 100 Fällen. In Deutschland bekommt aber ungefähr jede dritte Frau einen Kaiserschnitt. Warum ist das so?

Natürlich liegt die Vermutung nahe, dass viele Frauen Angst vor einer natürlichen Geburt haben und die Schmerzen vermeiden wollen. Jedoch stellte sich durch eine Befragung heraus, das dem nicht so ist, sondern dass sich lediglich 3% der Frauen einen Kaiserschnitt wünschen (Quelle: Institut für Public Health und Pflegeforschung der Universität Bremen – GEK Kaiserschnittstudie -veröffentlicht am 26.04.06).

Wir von Happy-Baby.info stellen uns daher die Fragen: Steckt Profitgier der Mediziner/der Klink dahinter? Wie können wir Frauen angemessen informieren, wann ein Kaiserschnitt notwendig ist bzw. wann eine natürliche Geburt besser ist.

Zur ersten Frage:

Eine Kaiserschnitt-OP könnte für die Klinik viele Vorteile haben:

– Die Kliniken erhalten fast doppelt so viel Geld für eine Kaiserschnittoperation als für eine natürliche Geburt.

– Eine Operation kann viel genauer geplant werden, so dass das Klinikpersonal keine Wochenend- und Nachtzuschläge bekommen muss.

– Eine Kaiserschnittoperation dauert meistens nicht länger als eine Stunde, anstatt wie bei einer Geburt, die sich über viele Stunden hinziehen kann.

– Das Risiko bezüglich einer erfolgreichen Verurteilung bei Ärzte-Fehlern ist bei einem Kaiserschnitt geringer als bei einer natürlichen Geburt.

Dagegen stehen natürlich die in manchen Fällen gut begründete Entscheidung für einen Kaiserschnitt, wie z.B.:

– Schlechte Lage des Kindes

– Der Durchmesser des Beckens ist nicht groß genug für das Kopfmaß des Babys.

– Die Plazenta (Mutterkuchen) löst sich vorzeitig.

– Die Plazenta liegt vor dem inneren Muttermund (ganz oder teilweise).

– Die Mutter hat Krankheiten (z.B. Geschlechtskrankheiten), die durch eine natürliche Geburt übertragen werden könnten.

– Schlechter Geburtsfortschritt

– Blutungen während der Geburt

– Schlechte Lage der Nabelschnur

– Es besteht anderweitig Gefahr für die Mutter oder das Baby.

 

Gegen einen Kaiserschnitt sprechen:

– Während der Operation kann es zu Komplikationen kommen, wie z.B. Blutungen, Verletzungen der Harnblase, des Darms und des Nervengewebe.

– Während der Operation kann das Kind verletzt werden (Schürfungen, Schnitte und Brüche)

– Nach der Operation kann es zu Komplikationen kommen, wie z.B. Entzündungen der Gebärmutter, der Harnwege, der Operationsschnitte (Wundheilstörungen).

– Narben können u.U. später wieder aufgehen.

– Das Risiko bei einem Kaiserschnitt zu sterben ist ca. 2 bis 3 mal höher als bei einer natürlichen Geburt.

– Es gibt auch das Risiko, dass die Narbe an der Gebärmutter bei einer Folgeschwangerschaft reißt (Gebärmutterriß).

– Das Risiko einer Totgeburt bei späteren Schwangerschaften ist erhöht.

 

Was spricht für eine natürliche Geburt:

– Kind und Mutter können sich direkt nach der Geburt sehen und berühren. Dies baut eine starke Bindung auf und ist auch für den Milchfluss beim Stillen vorteilhaft.

– Die psychische Entwicklung des Kindes wird wahrscheinlich durch den Kontakt zur Mutter gleich nach der Geburt positiv beeinflusst.

– Stresshormone, die während der natürlichen Geburt ausgeschüttet werden, machen das Kind widerstandsfähiger vor Infektionen.

– Der Kontakt mit der Vaginalflüssigkeit während der Geburt, verstärkt die Bildung der gesunden Darmflora des Babys und bietet so auch einen besseren Schutz vor Infektionen, da das Immunsystem schneller aufgebaut werden kann.

– Es treten in der Regel weniger Komplikationen auf als bei Kaiserschnitten.

– Die Mutter erholt sich schneller (Hat z.B. nach der Geburt nicht so lange Schmerzen, wie bei einem Kaiserschnitt)

– Es bleibt keine große Narbe am Bauch zurück (Ästhetischer Faktor).

– Das bewusste Erleben der Geburt kann sich positiv auf die Partnerbeziehung der werdenden Eltern und auf die Beziehung zwischen Kind und Mutter auswirken.

 

Zur zweiten Frage:
Nun, was können wir Ihnen von Happy-Baby.info raten, ohne Gefahr zu laufen, Sie einem erhöhten Risiko auszusetzen?

Wir raten Ihnen, falls Sie einen Kaiserschnitt eher vermeiden möchten, dass Sie mit Ihrem Arzt in der Klinik bzw. im Krankenhaus sprechen und an ihn appellieren, einen Kaiserschnitt nur dann vorzunehmen, wenn die Situation es verlangt. Drücken Sie Ihren Wunsch nach einer natürlichen Geburt aus.

Sicherlich besteht die Gefahr weiterhin, dass auch etwas schief gehen kann, wenn die Situation nach einer natürlichen Geburt verlangt und die Mutter natürlich gebärt. Hier raten wir jeder Mutter, sich weiterhin über den Kaiserschnitt und eine natürliche Geburt zu informieren und ihr Risiko, bereits Wochen vor der Geburt, mit ihrem Frauenarzt zu besprechen und einzuschätzen. Die hier in diesem Artikel enthaltenen Informationen sollen lediglich Ihre Entscheidungsfindung unterstützen. Nur ein qualifizierter Mediziner sollte letztendlich bei der Geburt bestimmen, was für Sie das Beste ist: Kaiserschnitt oder natürliche Geburt.

Für das Allgemeinwohl sollte man sich langfristig dafür einsetzten, dass der Klinik / dem Krankenhaus weder Vor- noch Nachteile bei einem Kaiserschnitt oder bei einer natürlichen Geburt entstehen, so dass in Zukunft Entscheidungen aus rein medizinischer Sicht getroffen werden. Hier sind auch Politik und Krankenkassen gefragt. Das Thema ist viel zu wichtig, um vernachlässigt zu werden. Schreiben Sie an Politiker und an Krankenkassen sich dem Thema anzunehmen. Vielen Dank.